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Fahrrad mit Hilfsmotor

Das Fahrrad mit Hilfsmotor wird immer beliebter. In vielen Alltagssituationen, wie beim Berg anfahren oder starkem Gegenwind erleichtert das Fahrrad mit Motor dem Radlern das mühsame Treten und schont so die Ausdauer. Hierbei wird zwischen zwei Varianten entschieden: dem Pedelec (max. 250 Watt und Tretunterstützung bis 25 km/h) und dem E-Bike (max. 500 Watt). Im weiteren Verlauf des Artikels gehen wir noch weiter auf die Unterschiede und rechtlichen Rahmenbedingungen ein.

Die verschiedenen Antriebsvarianten

Grundsätzlich stehen Pedelec Fahrern drei verschiedene Antriebsvarianten zur Verfügung. Diese unterscheiden sich maßgeblich in der Positionierung des Hilfsmotors. Dieser kann entweder am Vorderrad, am Hinterrad oder direkt am Rahmen montiert sein. Jede Variante bietet ihre eigenen Vor- und Nachteile, was es daher empfehlenswert macht alle Möglichkeiten vor einem Kauf einmal auszuprobieren.

Fahrrad mit HilfsmotorAm häufigsten kommt der Antrieb in der Hinterradnarbe zum Einsatz. Besonders bei City- und Touren-Pedelecs wird diese Variante besonders gern gewählt. Der Nachteil hierbei ist die Gewichtsverteilung, da der häufig sieben bis zehn Kilo schwere Akku auf dem Gepäckträger montiert wird und somit den Hinterreifen stark belastet. Zusätzlich kann diese erhöhte Belastung den Verschleiß das Hinterrades erhöhen. Werden dann noch auch noch Gepäcktaschen, beispielsweise bei Tourenrädern, am Träger angebracht, entstehen oftmals hohe Belastungen worunter die Fahrdynamik deutlich leidet. Die entscheidenden Vorteile eines Heckmotors sind eine gute Lenkbarkeit und Traktion des Hinterrades.

Der Frontmotor ist eher für etwas geübtere Fahrer geeignet. Das Gewicht des am Vorderrad montierten Hilfsmotors kann für eine schlechte Steuerung sorgen. Dieses kann bei glattem oder losem Untergrund in Kurven wegrutschen oder beim Anfahren aufgrund schlechter Traktion durchdrehen. Daher fahren Neulinge oft nur auf niedrigen Unterstützungsstufen, da sie sonst das Fahrrad nicht sicher händeln können.

Der ebenfalls sehr beliebte Mittelmotor, welcher direkt am Tretlager montiert wird, sorgt für eine sehr gute Gewichtsverteilung und optimale Steuerbarkeit. Dadurch ist das Fahrrad mit Motor deutlich wendiger und lässt sich fast wie ein normales Fahrrad steuern.


Im Folgenden beantworten wir die meist gestellten Fragen zum Thema Fahrrad mit Elektromotor.


Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Fahrrad mit Hilfsmotor in etwa zehn Kilogramm mehr als ein vergleichbares Fahrrad ohne Motor wiegt. Daher sind bei Pedelecs der Rahmen und die Radgabeln  meist stabiler, um dem zusätzlichen Gewicht stand zuhalten.

Pedelecs fahren mit den selben Reifen wie herkömmliche Fahrräder auch. Allerdings kann bei einer Panne der Wechsel aufgrund des aufwendigeren Radausbaus sehr zeitintensiv werden. Daher empfehlen wir besonders pannensichere Reifen*.

Es gibt zwar auf dem Markt auch sehr günstige Modelle, wer sich aber ein langes Fahrvergnügen wünscht, achtet auf die Qualität und greift zu hochpreisigeren Modellen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sehr gute Modelle ab ca. 1800€ zu haben sind.

Neben dem klassischen Fahrrad gibt es mittlerweile auch Falträder, Lastenfahrräder, Dreiräder und auch Mountainbikes mit Hilfsmotor.

Wir sind der Meinung, dass man solch ein Gerät probefahren sollte, bevor man es kauft. Daher empfehlen wir beim lokalen Fahrradhändler einmal nachzufragen, da dieser oft Probefahrten anbietet. Hat man sich für ein Modell entschieden, kann man sich die Bezeichnung notieren und immer noch Online die Preise vergleichen.

Wie auch bei einem normalen Fahrrad empfiehlt es sich in regelmäßigen Abständen die Grundfunktionen wie Bremse, Licht, Reifendruck, etc. zu kontrollieren. Grade beim Reifendruck ist es wichtig auf den korrekten Luftdruck zu achten, da wenn dieser zu gering ausfällt, sich der Leistungsaufwand drastisch erhöht. Dadurch muss der Akku mehr leisten und kann weniger Strecke überstehen.


Für wen eignet sich das Fahrrad mit Hilfsmotor?

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor eignet sich für alle Radler, welche auch mal weitere Strecken zurücklegen und gerne etwas Unterstützung dabei erhalten möchten. Grade bei älteren Radfahrern sind diese sehr beliebt. Aber auch jüngere Fahrradfahrer, welche zum Beispiel mit dem Rad zur Arbeit fahren, greifen oft zum Fahrrad mit Hilfsmotor um nicht völlig verschwitzt dort anzukommen.


Fahrrad mit Elektromotor – Rechtliches

Fahrrad mit MotorPedelcs mit maximal 250 Watt und einer Tretunterstützung von bis zu 25 km/h gelten als Fahrräder und haben somit keine Führerscheinpflicht oder Mindestalter. Dies gilt auch dann, wenn sie mit einer Anfahrhilfe oder auch Schiebehilfe bis zu 6 km/h ausgestattet sind.

E-Bikes mit bis zu 500 Watt starken Motoren benötigen allerdings zumindest einen Mofa-Führerschein und der Fahrer muss demnach mindestens 15 Jahre alt sein. Diese leistungsstärkeren und schnelleren Elektroräder gibt es in zwei Varianten:

  • Zum einen die E-Bikes, welche bis zu 20 Stundenkilometer ohne zusätzliches Treten, also alleine mit der Motorleistung fahren, überschreiten die gesetzliche 6 km/h Grenze und gelten somit im rechtlichen Sinne nicht als Fahrräder.
  • Die andere Variante ist das Fahrrad mit Elektro Motor, welches eine Tretunterstützung von über 25 km/h ermöglicht. Bei 45 km/h ist der Motor abgeregelt, da das Gefährt sonst in die Klasse der zulassungs- und führerscheinpflichtigen Kleinkrafträder fallen würde (Fahrerlaubnisklasse M).

Radwege

Viele fragen sich nun sicherlich wie es denn mit dem Befahren von Radwegen aussieht. Grundsätzlich dürfen E-Bikes nur auf Radwegen mit dem Zusatzschild „Mofas frei“ fahren. Auch auf vielen touristischen und landwirtschaftlichen Wegen, welche das Befahren mit Motorkrafträdern verbieten, dürfen keine E-Bikes gefahren werden, Fahrräder und Pedelecs hingegen schon.

Ähnlich verhält es sich bei Einbahnstraßen, welche in die Gegenrichtung für Fahrräder freigegeben sind. E-Bike Fahrer dürfen nicht in die Gegenrichtung einfahren, Pedelecs schon.

Diese Unterschiede gelten auch bei Waldwegen, für Radfahrer freigegebene Fußgängerzonen und Fahrradabstellanlagen.

E-Bikes und Alkohol

Während bei Fahrrad- und Pedelec-Nutzern eine höhere Promillegrenze erlaubt ist, müssen sich E-Bike Fahrer an die strikten Grenzen für Kraftfahrzeugfahrer halten.

Ebenfalls der Transport von Kindern in Fahrradanhängern ist nur für Fahrräder und Pedelecs gestattet. In einem geeigneten Kindersitz dürfen diese allerdings bis zu siebten Lebensjahr auf allen Zweirädern mitgenommen werden.